Antifaschisten blicken mit Sorgen auf neofaschistisches Terrornetzwerk in Deutschland
Marburg 6.12.2011 (pm) Die Enthüllungen über das neofaschistische Terrornetzwerk der NSU, die in den vergangenen Tagen durch die Medien und die antifaschistischen Organisationen veröffentlicht worden sind, erfüllt die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten mit großer Sorge. Die FIR ist Dachorganisation von Organisationen der ehemaligen Kämpfer gegen den Faschismus, Partisanen, Deportierten und Verfolgten sowie Antifaschisten heutiger Generationen.
Es sei sichtbar geworden, dass eine neofaschistische Terrorgruppe gut zehn Jahre ihre Morde begehen konnte, ohne dass die Polizei und andere Behörden in diese Richtung ermittelten, stellt die FIR dazu in ihrer Pressemitteilung fest.
Es sei sichtbar geworden, dass die neofaschistischen Verbrecher nicht nur nicht verfolgt wurden, sondern mit dem bundesdeutschen Verfassungsschutz und seinen Unterabteilungen in einem Maße verbunden waren, das über einen informellen Kontakt hinausging. Es liegen Informationen vor, dass in all den Jahren deutsche Behörden Kenntnisse dieser Verbrechen hatten, jedoch nicht eingriffen. Die Betroffenheit über den zehnfachen Mord verbindet sich mit der Empörung über die Untätigkeit.
Die FIR erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass es diese Behörde, die in enger Verbindung zu
den neofaschistischen Mördern steht, war, die 2006 in ihrem ‘Verfassungsschutzbericht’ die FIR als
„linksradikale Organisation“ verleumdete.
Mit Blick auf die heutigen Informationen bekomme diese Verleumdung eine ganz eigene Bedeutung. Die FIR unterstützet die deutsche Mitgliedsorganisation VVN-BdA, die nach diesen Ereignissen ihre
politische Kampagne für ein Verbot der NPD wieder aufgenommen hat: nonpd!