Waltraud Burgers letzte Tage in Trutzhain
Marburg/Schwalmstadt-Trutzhain 2. Februar (yb) Der Name von Waltraud Burger wird für eine gelungene zehnjährige professionelle Aufbauarbeit der Gedenkstätte und Museum Trutzhain stehen. Im Rahmen eines Projekttages am Schwalmgymnasium kamen zwei Schulklassen, um in Vortrag, Filmvorführung, Besichtigung und aktiver Arbeitsphase das Museum kennen zu lernen und zugleich Wissen und Eindrücke zu erarbeiten.
Der Nachmittag endete im Gespräch mit Waltraud Burger. Die Historikerin geht zur Gedenkstätte in Dachau bei München, um dort als pädagogische Leiterin zu arbeiten. Zusammen mit Hans Gerstmann und anderen ehrenamtlichen Mitarbeitern kann sie als Leiterin der Gedenkstätte und Museum Trutzhain auf eine positive und gelungene Aufbauleistung zurückblicken.
Der Name Trutzhain steht für Viele und für Vieles: die Baracken des vormaligen STALAG IXa wurden und sind Wohnraum. Doch zunächst, nach der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers, wurden die Baracken kurzzeitig Zufluchtsort für sogenannte “DP´s” = Displaced Persons. So wurden oftmals Juden bezeichnet, die Gefängnis und Verfolgung in Konzentrationslagern überlebt hatten. Sie waren displaced, heimatlos, waren unterwegs, auf der Suche nach Verwandten, Nahrung und einer Aussicht für ein Weiterleben.
Trutzhain wurde später Siedlungsort für Flüchtlinge und Heimatvertriebene und war dann nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland im damaligen Kreis Ziegenhain die jüngste Kommune. Viele Menschen fanden zunächst in den Baracken einen Ausgangsort für Wohnung und Arbeit. Trutzhain wurde ein Dorf. Darüber ist Jahrzehnte später ein Buch erschienen. Trutzhain ein Dorf ist der Titel dieses Buches von Martin Grzimek aus dem Jahr 1984.